{"id":3267,"date":"2023-08-16T14:32:00","date_gmt":"2023-08-16T12:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=3267"},"modified":"2025-09-05T13:06:20","modified_gmt":"2025-09-05T11:06:20","slug":"auf-der-seite-der-ukraine-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/rm\/auf-der-seite-der-ukraine-2\/","title":{"rendered":"Die Schweiz muss auf der Seite der Ukraine stehen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-1024x401.jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2885\" style=\"width:1029px;height:401px\" width=\"1029\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-300x117.jpg.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-768x300.jpg.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-1200x469.jpg.webp 1200w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-50x20.jpg.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-128x50.jpg.webp 128w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-100x39.jpg.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-256x100.jpg.webp 256w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine-640x250.jpg.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/02\/Ukraine.jpg.webp 1920w\" sizes=\"(max-width: 1029px) 100vw, 1029px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der schreckliche Krieg gegen die Ukraine zieht sich in die L\u00e4nge, die Menschen vor Ort sind m\u00fcde und in Westeuropa nimmt die Aufmerksamkeit f\u00fcr ihre N\u00f6te ab. Und immer wieder begegnet man dem Irrglauben, wonach die Ukraine ihren Verteidigungskampf einstellen sollte, um das unermessliche Leid der Zivilbev\u00f6lkerung zu beenden. Gewissermassen eine Teilkapitulation aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Haltung ist zynisch, weil sie den Aggressor belohnt. Und sie sitzt einem Grundlagenirrtun auf, weil ein Erfolg Russlands sicher nicht zum Ende der Gewalt f\u00fchren w\u00fcrde. Die bisherigen Erfahrungen beweisen das Gegenteil. Nicht nur die v\u00f6lkerrechtswidrigen Bombardements ziviler Infrastruktur, von Restaurants, Wohnh\u00e4usern, Spit\u00e4lern und Geburtsh\u00e4usern (!) sind eine Tatsache. Auch die Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten sind unertr\u00e4gliche Realit\u00e4t: die Massenmorde, die Folterkammern, die systematischen Vergewaltigungen und die Deportationen von tausenden Kindern. Eine ukrainische Niederlage w\u00e4re folglich nur ein Freipass f\u00fcr weitere Gr\u00e4ueltaten. Humanit\u00e4t und ein Erfolg Russlands schliessen sich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Putin einen imperialistischen Plan verfolgt, den er von Anfang an recht offen deklarierte. Ziel seiner Invasion war es, die Ukraine zu besetzen, die demokratisch gew\u00e4hlte Regierung zu beseitigen und ihm ergebene Marionetten einzusetzen. Letztlich will Putin die ukrainische Nation und ihre junge Demokratie vernichten. Denn in seiner verqueren Weltsicht existiert gar kein ukrainisches Volk, weshalb er sich berechtigt f\u00fchlt, alles mit diesen Menschen zu machen. Ohne mit der Wimper zu zucken, geht er darum \u00fcber zehntausende von Leichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum unterst\u00fctzt Europa die Ukraine mit humanit\u00e4rer Hilfe, einer grossz\u00fcgigen Aufnahme der Fl\u00fcchtenden, Wirtschaftssanktionen gegen Russland, direkten Finanzhilfen und vielen Waffen. Damit verteidigt unser Kontinent nichts weniger als die St\u00e4rke des Rechts gegen\u00fcber dem Recht des St\u00e4rkeren. Und damit auch die eigene Freiheit. Nur wenn sich aufgrund einer starken Ukraine Putins Kosten-Nutzen-Kalk\u00fcl ver\u00e4ndert, kann es zielf\u00fchrende Verhandlungen geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Schweiz kann und muss mehr tun. Wir m\u00fcssen weiter solidarisch sein mit den Gefl\u00fcchteten. Wir m\u00fcssen das System Putin schw\u00e4chen, indem wir die Sanktionen endlich konsequent umsetzen. Wir m\u00fcssen inl\u00e4ndische Kriegsgewinnler wie die Rohstoffh\u00e4ndler an die Kandare nehmen und ihre \u00dcbergewinne zugunsten der Ukraine besteuern. Und wir m\u00fcssen endlich unser Geldw\u00e4schereigesetz versch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen dem ukrainischen Volk beistehen, indem wir deutlich mehr humanit\u00e4re und finanzielle Hilfe leisten. Und wir m\u00fcssen unsere Neutralit\u00e4t richtig auslegen, damit sie dem V\u00f6lkerrecht dient und nicht den Aggressor schont. Darum ist auch die Wiederausfuhr von bereits verkauften Schweizer Waffen an die Ukraine durch unsere Nachbarstaaten zu erlauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts von Russlands Imperialismus braucht die Schweiz ein neues Selbstverst\u00e4ndnis als Anw\u00e4ltin des V\u00f6lkerrechts und der Menschenrechte. Darum muss sie engagiert auf der Seite der Ukraine stehen. Nur so kann sie sich glaubw\u00fcrdig Menschlichkeit und Demokratie auf die Fahne schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 16. August 2023 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der schreckliche Krieg gegen die Ukraine zieht sich in die L\u00e4nge, die Menschen vor Ort sind m\u00fcde und in Westeuropa nimmt die Aufmerksamkeit f\u00fcr ihre N\u00f6te ab. Und immer wieder begegnet man dem Irrglauben, wonach die Ukraine ihren Verteidigungskampf einstellen sollte, um das unermessliche Leid der Zivilbev\u00f6lkerung zu beenden. Gewissermassen eine Teilkapitulation aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Diese Haltung ist zynisch, weil sie den Aggressor belohnt. Und sie sitzt einem Grundlagenirrtun auf, weil ein Erfolg Russlands sicher nicht zum Ende der Gewalt f\u00fchren w\u00fcrde. Die bisherigen Erfahrungen beweisen das Gegenteil. Nicht nur die v\u00f6lkerrechtswidrigen Bombardements ziviler Infrastruktur, von Restaurants, Wohnh\u00e4usern, Spit\u00e4lern und Geburtsh\u00e4usern (!) sind eine Tatsache. Auch die Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten sind unertr\u00e4gliche Realit\u00e4t: die Massenmorde, die Folterkammern, die systematischen Vergewaltigungen und die Deportationen von tausenden Kindern. Eine ukrainische Niederlage w\u00e4re folglich nur ein Freipass f\u00fcr weitere Gr\u00e4ueltaten. 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