{"id":2819,"date":"2022-12-15T09:19:58","date_gmt":"2022-12-15T08:19:58","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=2819"},"modified":"2025-09-05T13:11:15","modified_gmt":"2025-09-05T11:11:15","slug":"versoehnliche-wahl-absurde-aufruestung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/rm\/versoehnliche-wahl-absurde-aufruestung\/","title":{"rendered":"Vers\u00f6hnliche Wahl, absurde Aufr\u00fcstung"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"888\" height=\"555\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS.png.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2821\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS.png.webp 888w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-300x188.png.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-768x480.png.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-50x31.png.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-80x50.png.webp 80w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-100x63.png.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-160x100.png.webp 160w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/12\/EBS-640x400.png.webp 640w\" sizes=\"(max-width: 888px) 100vw, 888px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: pers\u00f6nlich.com<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Letzte Woche hat die Vereinigte Bundesversammlung zwei neue Mitglieder des Bundesrates gew\u00e4hlt. Besonders die Wahl der Jurassierin Elisabeth Baume-Schneider versetzte den Berner Polit- und Medienbetrieb in Aufregung und strafte manchen Auguren L\u00fcgen. In der medialen Aufregung um die vermeintliche Niederlage der St\u00e4dte ging fast unter, dass erstmals der Kanton Jura im Bundesrat vertreten ist. Wie schon Andrea Mas\u00fcger in dieser Zeitung (als einer der wenigen Kommentatoren!) treffend schrieb, darf die staatspolitische Bedeutung dieses Entscheids nicht untersch\u00e4tzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Bundesplatz wehten nach der Wahl jurassische und Berner Flaggen nebeneinander, die Menschen aus beiden Kantonen feierten \u2013 und zwar gemeinsam! Wer die \u00e4usserst schwierige, auch von Gewalt gezeichnete Abl\u00f6sungsgeschichte des Juras vom Kanton Bern kennt, freut sich \u00fcber diese vers\u00f6hnliche Wahl. Wieder einmal stellen die Schweizer Institutionen ihre Integrationskraft unter Beweis. Ebenso erfreulich ist die Wahl der zehnten Schweizer Bundesr\u00e4tin. F\u00fcr ein Land wie die Schweiz, das gleichstellungspolitisch im R\u00fcckstand liegt und deshalb 2019 \u00fcber eine halbe Million Menschen auf die Strassen trieb, w\u00e4re das Fehlen einer linken Frau in der Landesregierung schlicht unhaltbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Schatten der Bundesratswahlen haben die R\u00e4te letzte Woche auch ein ausgeglichenes Budget f\u00fcr das Jahr 2023 verabschiedet. Doch der Finanzplan zeigt, dass schon bald schwierige Verteilungsk\u00e4mpfe ausbrechen k\u00f6nnten. Hauptgrund daf\u00fcr ist die \u00fcberhastete und sachlich unkluge Erh\u00f6hung der Armeeausgaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Wladimir Putin im Februar seinen verbrecherischen Angriff gegen die Ukraine befahl, zertr\u00fcmmerte er nicht nur das V\u00f6lkerrecht und die europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur. Er setzte auch eine regelrechte Aufr\u00fcstungsspirale in Europa in Gang. Alle Staaten \u00fcbersch\u00e4tzten Russlands milit\u00e4risch St\u00e4rke. Statt wie geplant \u2013 und von Vielen vorausgesagt \u2013 \u00fcberrollte Russland die Ukraine nicht in einer Woche. Im Gegenteil: Putins Regime erleidet seit fast zehn Monaten eine milit\u00e4rische Niederlage nach der anderen. Nat\u00fcrlich k\u00e4mpfen die Ukrainerinnen und Ukrainer heldenhaft. Ihnen hilft aber auch, dass Russlands Waffensysteme denen des Westens klar unterlegen sind. Das erstaunt nicht, wenn man bedenkt, dass die USA zehn Mal mehr und Europa doppelt so viel f\u00fcr die Armee ausgeben als Russland. Dass auch die neutrale Schweiz, die ohnehin keine Waffen liefern darf, ebenfalls massiv aufr\u00fcsten soll, ergibt weder sicherheitspolitisch noch finanziell Sinn. Zumal unser Land schon heute eine \u00fcberdimensionierte Armee hat. Geradezu absurd wird die von den B\u00fcrgerlichen durchgedr\u00fcckte Aufstockung des Milit\u00e4rbudgets, wenn man sich vor Augen f\u00fchrt, dass das VBS noch gar nicht weiss, was es mit dem vom Parlament beschlossenen Geld beschaffen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen wissen wir alle, was die Priorit\u00e4t f\u00fcr eine sichere und souver\u00e4ne Schweiz w\u00e4re: Investitionen in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz und in den \u00f6kologischen Umbau unseres Landes. Nur so leisten wir einen Beitrag gegen die gr\u00f6sste Bedrohung \u2013 die Klimakrise \u2013 und machen uns von den Diktatoren dieser Welt unabh\u00e4ngig. Es bleibt zu hoffen, dass der neu zusammengesetzte Bundesrat die Priorit\u00e4ten wieder richtig setzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 14. Dezember 2022 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche hat die Vereinigte Bundesversammlung zwei neue Mitglieder des Bundesrates gew\u00e4hlt. Besonders die Wahl der Jurassierin Elisabeth Baume-Schneider versetzte den Berner Polit- und Medienbetrieb in Aufregung und strafte manchen Auguren L\u00fcgen. In der medialen Aufregung um die vermeintliche Niederlage der St\u00e4dte ging fast unter, dass erstmals der Kanton Jura im Bundesrat vertreten ist. Wie schon Andrea Mas\u00fcger in dieser Zeitung (als einer der wenigen Kommentatoren!) treffend schrieb, darf die staatspolitische Bedeutung dieses Entscheids nicht untersch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>Auf dem Bundesplatz wehten nach der Wahl jurassische und Berner Flaggen nebeneinander, die Menschen aus beiden Kantonen feierten \u2013 und zwar gemeinsam! 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