{"id":5594,"date":"2025-10-23T15:41:45","date_gmt":"2025-10-23T13:41:45","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=5594"},"modified":"2025-10-23T15:42:16","modified_gmt":"2025-10-23T13:42:16","slug":"souveraenitaet-braucht-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/souveraenitaet-braucht-europa\/","title":{"rendered":"Souver\u00e4nit\u00e4t braucht Europa"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-1024x683.jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2794\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-1024x683.jpg.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-300x200.jpg.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-768x512.jpg.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-1536x1024.jpg.webp 1536w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-1200x800.jpg.webp 1200w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-50x33.jpg.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-75x50.jpg.webp 75w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-100x67.jpg.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-150x100.jpg.webp 150w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-960x640.jpg.webp 960w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-640x427.jpg.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa-1152x768.jpg.webp 1152w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2022\/11\/Jon-Europa.jpg.webp 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das neue Vertr\u00e4ge zwischen der Schweiz und der EU, die sogenannten \u00abBilateralen III\u00bb, sind ein politischer Meilenstein f\u00fcr unser Land. Sie sichern unseren Zugang zum europ\u00e4ischen Binnenmarkt, erm\u00f6glichen die Teilnahme an Forschungs-, Bildungs- und Kulturprogrammen, schaffen Rechtssicherheit \u2013 und st\u00e4rken die Position der Schweiz in einer gef\u00e4hrlichen Welt.<br><br>Wir m\u00fcssen das sich \u2013 zum Gl\u00fcck \u2013 integrierende Europa nicht f\u00fcrchten. Im Gegenteil: Die europ\u00e4ische Integration ist der Rahmen, in dem sich die Schweiz in der neuen Welt-Unordnung souver\u00e4n behaupten kann. Angesichts der aggressiven Machtpolitik in Moskau, Peking und Washington k\u00f6nnen kleine Demokratien nur bestehen, wenn sie sich verb\u00fcnden. Die EU ist deshalb nicht Gegnerin, sondern die historisch beste Nachbarin und weltpolitisch beste Freundin der Schweiz.<br><br>Die neuen Vertr\u00e4ge bedeuten kein Unterwerfungsversuch, wie wir es von Trumps Amerika erleben, sondern eine partnerschaftliche Fortf\u00fchrung des bew\u00e4hrten bilateralen Wegs \u2013 auf Basis des Rechts und auf Augenh\u00f6he. Ein zentraler Fortschritt sind die verrechtlichten Verfahren zur Streitbeilegung: Konflikte werden k\u00fcnftig juristisch statt politisch ausgetragen. Das st\u00e4rkt gerade die kleinere Partnerin, also die Schweiz.<br><br>Ebenso entscheidend ist die Dynamisierung: Relevante EU-Regeln, die in unserem Interesse liegen, k\u00f6nnen k\u00fcnftig effizient \u00fcbernommen werden \u2013 nicht als Automatismus, sondern mit der M\u00f6glichkeit, Ja oder Nein zu sagen. Gleichzeitig erh\u00e4lt die Schweiz Mitsprache im sogenannten \u00abDecision Shaping\u00bb. Das ist echte Souver\u00e4nit\u00e4t durch Mitwirkung auf unserem vernetzten Kontinent.<br><br>Wirtschaftlich ist der europ\u00e4ische Binnenmarkt f\u00fcr unser Land unverzichtbar. Kein Abkommen mit \u00dcbersee kann ihn ersetzen. Der Bundesrat hat berechnen lassen, was ein Ende der bilateralen Vertr\u00e4ge kosten w\u00fcrde: 4,9 Prozent weniger Wirtschaftsleistung bis 2045 \u2013 das w\u00e4ren rund 2\u2019500 Franken Einkommensverlust pro Kopf und Jahr. Das ist kein Detail, sondern eine Frage des Wohlstands und der sozialen Sicherheit. Auch die Realit\u00e4t auf dem Arbeitsmarkt spricht eine klare Sprache: Ohne Arbeitskr\u00e4fte aus der EU st\u00fcnden viele Branchen still. Gerade in Graub\u00fcnden. Zudem leisten diese Menschen mehr, als sie beziehen \u2013 sie zahlen deutlich mehr in unsere Sozialwerke ein, als sie daraus erhalten. Auch das belegen Studien.<br><br>Das neue Vertragspaket bringt also wirtschaftliche Sicherheit, st\u00e4rkt dank einem guten innenpolitischen Kompromiss der Sozialpartner den Lohnschutz, er\u00f6ffnet Perspektiven in Bildung und Forschung und erh\u00f6ht die Versorgungssicherheit bei Strom und Gesundheit. Es ist kein Bruch, sondern die konsequente Weiterentwicklung des bilateralen Wegs \u2013 auf einer stabileren, zukunftsf\u00e4higeren Basis.<br><br>In einer Zeit von Kriegen, Imperialismus und Angriffen auf die Demokratie w\u00e4re das Experiment einer schweizerischen Isolation auf unserem Kontinent weder realistisch noch verantwortungsvoll. Die Zukunft der Schweiz ist untrennbar mit der Zukunft Europas verbunden.<br><br>Mit den \u00abBilateralen III\u00bb beweist die Schweiz, dass sie bereit ist, im Kreis der europ\u00e4ischen Demokratien aktiv und solidarisch mitzuwirken. Das ist keine Preisgabe unserer Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 es ist ihre Voraussetzung.<br><br><em>Dieser Text ist am 22. Oktober 2025 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Vertr\u00e4ge zwischen der Schweiz und der EU, die sogenannten \u00abBilateralen III\u00bb, sind ein politischer Meilenstein f\u00fcr unser Land. Sie sichern unseren Zugang zum europ\u00e4ischen Binnenmarkt, erm\u00f6glichen die Teilnahme an Forschungs-, Bildungs- und Kulturprogrammen, schaffen Rechtssicherheit \u2013 und st\u00e4rken die Position der Schweiz in einer gef\u00e4hrlichen Welt. 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