{"id":5080,"date":"2025-04-09T14:40:00","date_gmt":"2025-04-09T12:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=5080"},"modified":"2025-09-05T12:54:32","modified_gmt":"2025-09-05T10:54:32","slug":"trumps-wirtschaftskrieg-wir-brauchen-verbuendete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/trumps-wirtschaftskrieg-wir-brauchen-verbuendete\/","title":{"rendered":"Trumps Wirtschaftskrieg: Wir brauchen Verb\u00fcndete"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-1024x745.png.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-5081\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-1024x745.png.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-300x218.png.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-768x559.png.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-50x36.png.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-69x50.png.webp 69w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-100x73.png.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-137x100.png.webp 137w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-880x640.png.webp 880w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-640x466.png.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump-1056x768.png.webp 1056w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2025\/04\/Trump.png.webp 1130w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Screenshot, Der Spiegel 4\/2025 18.01.2025<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Donald Trump hat letzte Woche der Welt \u2013 und damit auch der Schweiz \u2013 den Wirtschaftskrieg erkl\u00e4rt. Dabei geht es ihm nicht prim\u00e4r um das Wohl der amerikanischen Wirtschaft, zumal diese unter den inflationstreibenden Z\u00f6llen schwer leiden wird. Der B\u00f6rsenabsturz l\u00e4sst gr\u00fcssen. Es geht dem Herrscher im Weissen Haus um autorit\u00e4re Machtaus\u00fcbung. Mit seinen willk\u00fcrlichen Z\u00f6llen versucht er, die Handelspartner und die amerikanischen Wirtschaftsakteure zu unterwerfen. Nur wer massive Konzessionen macht und ihm bedingungslose Loyalit\u00e4t garantiert, darf auf etwas Milde hoffen. Das nennt er dann \u00abDeal\u00bb. Wer sich nicht beugt, soll hingegen bluten. Trumps handelspolitischer Amoklauf zielt darauf ab, Gehorsam zu belohnen und Widerstand zu bestrafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Methode der wirtschaftspolitischen Erpressung ist nicht neu. Die Mafia wendet sie mit den Schutzgeldern seit jeher an. Und auch Diktatoren haben Z\u00f6lle immer wieder als Machtinstrument missbraucht. Zum Beispiel erzwang Benito Mussolini damit die Loyalit\u00e4t der italienischen Industriellen. Zuerst erh\u00f6hte er die Z\u00f6lle f\u00fcr alle, um dann denjenigen Entlastung zu gew\u00e4hren, die das faschistische Regime st\u00fctzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Leugnen der Wahlniederlage von 2020, den Begnadigungen der Putschisten vom 6. Januar, den st\u00e4ndigen Angriffen auf den Rechtsstaat und den willk\u00fcrlichen S\u00e4uberungen in der Staatsverwaltung zeigt nun auch die Handelspolitik, wes Geistes Kind der amerikanische Pr\u00e4sident ist. Wer Donald Trump weiterhin nur als exzentrischen \u00abDealmaker\u00bb sieht, statt seine aggressiven Absichten zu durchschauen, geht ihm auf den Leim und missachtet damit die Interessen und Werte der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von der SVP und der FDP verfolgte Strategie der Anbiederung an Trump ist krachend gescheitert. Dass die Bundespr\u00e4sidentin als einzige europ\u00e4ische Spitzenpolitikerin die Anti-Europa-Hetzrede von Vizepr\u00e4sident JD Vance in M\u00fcnchen als \u00abliberal\u00bb und \u00abschweizerisch\u00bb lobte, bleibt als Peinlichkeit in Erinnerung. Genauso wie die grotesken Aussagen von SVP-Nationalr\u00e4tin Magdalena Martullo-Blocher, die Trump als Segen f\u00fcr die Wirtschaft und grossen Freund der Schweiz bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr einen Strategiewechsel, denn die Lage ist sehr ernst. Das Zeitalter der Grossmachtpolitik ist leider zur\u00fcck. Damit sich die Schweiz als demokratischer Kleinstaat behaupten kann, braucht es eine prinzipienfeste politische F\u00fchrung. Genauso wie man sich der Mafia nicht beugt, d\u00fcrfen wir uns auch nicht vor Trump in den Staub werfen. Wir brauchen keine Anbiederung, wir brauchen Verb\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn imperiale M\u00e4chte wie Russland, China und die USA die Welt durch Krieg, aggressive Aussenpolitik oder wirtschaftliche Erpressung in Einflusszonen aufteilen wollen, kann die Schweiz nicht l\u00e4nger \u00abzwischen den Bl\u00f6cken navigieren\u00bb, wie es die Bundespr\u00e4sidentin ausdr\u00fcckte. Unsere Sicherheit und unser Wohlstand k\u00f6nnen nur im europ\u00e4ischen Verbund gesichert werden. Nur zusammen mit der Europ\u00e4ischen Union und anderen demokratischen Staaten wie dem Vereinigten K\u00f6nigreich und Kanada k\u00f6nnen wir unsere Souver\u00e4nit\u00e4t in dieser gef\u00e4hrlichen Welt behaupten. Der erste Schritt dazu ist ein rasches Ja zum Vertragspaket mit der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 9. April 2025 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donald Trump hat letzte Woche der Welt \u2013 und damit auch der Schweiz \u2013 den Wirtschaftskrieg erkl\u00e4rt. Dabei geht es ihm nicht prim\u00e4r um das Wohl der amerikanischen Wirtschaft, zumal diese unter den inflationstreibenden Z\u00f6llen schwer leiden wird. Der B\u00f6rsenabsturz l\u00e4sst gr\u00fcssen. Es geht dem Herrscher im Weissen Haus um autorit\u00e4re Machtaus\u00fcbung. Mit seinen willk\u00fcrlichen Z\u00f6llen versucht er, die Handelspartner und die amerikanischen Wirtschaftsakteure zu unterwerfen. Nur wer massive Konzessionen macht und ihm bedingungslose Loyalit\u00e4t garantiert, darf auf etwas Milde hoffen. Das nennt er dann \u00abDeal\u00bb. Wer sich nicht beugt, soll hingegen bluten. 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