{"id":4807,"date":"2024-09-02T08:51:00","date_gmt":"2024-09-02T06:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=4807"},"modified":"2025-09-05T13:00:19","modified_gmt":"2025-09-05T11:00:19","slug":"bvg-reform-schlechter-und-unnoetiger-deal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/bvg-reform-schlechter-und-unnoetiger-deal\/","title":{"rendered":"BVG-Reform: Schlechter und unn\u00f6tiger Deal"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"625\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-4808\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG.webp 920w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-300x204.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-768x522.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-50x34.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-74x50.webp 74w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-100x68.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-147x100.webp 147w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/BVG-640x435.webp 640w\" sizes=\"(max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: SGB<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit Jahren fordert die Finanzbranche die Senkung des Umwandlungssatzes und damit der Renten in der zweiten S\u00e4ule. Die Begr\u00fcndung: Die Versicherten w\u00fcrden immer \u00e4lter, die Renditen s\u00e4nken, es reiche einfach nicht mehr f\u00fcr die Finanzierung der Renten. Zudem f\u00e4nde eine ungerechtfertigte Umverteilung von den aktiven Jungen zu den pensionierten Alten statt. Diese Argumentation steht am Anfang der BVG-Vorlage, \u00fcber die wir am 22. September abstimmen. Doch die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent, welche f\u00fcr Einkommensteile zwischen 22&#8217;000 und 88\u2019000 Franken eine Rentensenkung von rund 12 Prozent bewirkt, ist mathematisch schlicht unn\u00f6tig.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kassen mit Versicherten im \u00fcberobligatorischen Bereich, also mit Lohneinkommen von \u00fcber 88\u2019000 Franken, haben ihre nicht regulierten Umwandlungss\u00e4tze l\u00e4ngst gesenkt. Zudem haben die Pensionskassen \u00fcber 156 Milliarden Franken Reserven gebildet. Und seit der Zinswende im Jahr 2021 gibt es rechnerisch keine Umverteilung mehr von den Jungen zu den Alten, wie die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge des Bundes best\u00e4tigt. Seit 2022 finanzieren die Pensionierten kalkulatorisch ihre Altersrente wieder selbst und leisten sogar einen kleinen Beitrag an die aktiven Versicherten. Der Anlass f\u00fcr die Reform ist somit hinf\u00e4llig.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt wirklich keinen guten Grund, einer Vorlage zuzustimmen, welche die Pensionskassenrenten ein weiteres Mal senkt und zugleich viel h\u00f6here Lohnbeitr\u00e4ge von den Versicherten mit kleinen und mittleren Einkommen verlangt. Mehr bezahlen f\u00fcr weniger Rente \u2013 das ist schlicht ein zu schlechter Deal!<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00f6tig w\u00e4re viel mehr eine Reform, welche die Verm\u00f6gensverwaltungskosten der Pensionskassen senkt. Doch dazu findet man in der Abstimmungsvorlage gar nichts. Der ehemalige Preis\u00fcberwacher Rudolf Strahm berechnet, dass die gesamten Verwaltungskosten der Pensionskassen 8,6 Milliarden Franken betragen. Das sind 1\u2019450 Franken pro versicherte Person und Jahr. Milliarden von Franken landen also bei Versicherungen und Banken, ohne echte Transparenz \u00fcber deren T\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Effizient gef\u00fchrte Kassen haben gerade einmal halb so hohe Kosten wie der Durchschnitt aller 1\u2019353 Pensionskassen. Deshalb br\u00e4uchte es Vorgaben, die Pensionskassen dazu zwingen, standardisierte Kennzahlen zu ihren Verwaltungskosten zu publizieren. So w\u00fcrde Druck f\u00fcr eine effiziente und faire Verwaltung der Sparguthaben entstehen. Die Gewerkschaften sch\u00e4tzen, dass man j\u00e4hrlich bis zu zwei Milliarden Franken zugunsten der Versicherten einsparen k\u00f6nnte. Statt also die Beitr\u00e4ge zu erh\u00f6hen und die Renten zu senken, muss das Parlament bei einem neuen Anlauf die Kosten anpacken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der einzige Vorteil der aktuellen Vorlage ist die Senkung des Koordinationsabzugs, welche Teilzeit arbeitenden Frauen (und M\u00e4nnern) einen bessere Vorsorge erm\u00f6glichen w\u00fcrde. Doch dieser fast unbestrittene Fortschritt wiegt die enormen Nachteile niemals auf. Er kann und soll nach der Ablehnung der Vorlage ins Gesetz aufgenommen werden, ohne zugleich die Renten f\u00fcr alle zu senken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Artikel erscheint im Concret, der Zeitschrift der SP Graub\u00fcnden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren fordert die Finanzbranche die Senkung des Umwandlungssatzes und damit der Renten in der zweiten S\u00e4ule. Die Begr\u00fcndung: Die Versicherten w\u00fcrden immer \u00e4lter, die Renditen s\u00e4nken, es reiche einfach nicht mehr f\u00fcr die Finanzierung der Renten. Zudem f\u00e4nde eine ungerechtfertigte Umverteilung von den aktiven Jungen zu den pensionierten Alten statt. Diese Argumentation steht am Anfang der BVG-Vorlage, \u00fcber die wir am 22. September abstimmen. Doch die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent, welche f\u00fcr Einkommensteile zwischen 22&#8217;000 und 88\u2019000 Franken eine Rentensenkung von rund 12 Prozent bewirkt, ist mathematisch schlicht unn\u00f6tig.<\/p>\n<p>Die Kassen mit Versicherten im \u00fcberobligatorischen Bereich, also mit Lohneinkommen von \u00fcber 88\u2019000 Franken, haben ihre nicht regulierten Umwandlungss\u00e4tze l\u00e4ngst gesenkt. Zudem haben die Pensionskassen \u00fcber 156 Milliarden Franken Reserven gebildet. Und seit der Zinswende im Jahr 2021 gibt es rechnerisch keine Umverteilung mehr von den Jungen zu den Alten, wie die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge des Bundes best\u00e4tigt. 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