{"id":2967,"date":"2023-05-10T10:54:12","date_gmt":"2023-05-10T08:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=2967"},"modified":"2025-09-05T13:07:09","modified_gmt":"2025-09-05T11:07:09","slug":"ubs-cs-das-monster-zaehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/ubs-cs-das-monster-zaehmen\/","title":{"rendered":"Nach der Bankenrettung: Das Monster z\u00e4hmen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"514\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-1024x514.png.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2969\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-1024x514.png.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-300x151.png.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-768x386.png.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-1200x602.png.webp 1200w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-50x25.png.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-100x50.png.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-199x100.png.webp 199w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ-640x321.png.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2023\/05\/Monster-WOZ.png.webp 1231w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: WOZ, 23. M\u00e4rz 2023<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Als Schweizer Sozialdemokrat werde ich ab und zu daf\u00fcr bel\u00e4chelt, dass unser Parteiprogramm die \u00dcberwindung des Finanzkapitalismus als Vision postuliert. Es entbehrte darum nicht einer gewissen Ironie, als der Bundesrat am 19. M\u00e4rz feststellen musste, dass der globale Finanzkapitalismus die Schweizer Traditionsbank Credit Suisse \u00fcberwunden hatte. Dabei war sp\u00e4testens seit der Finanzkrise und der UBS-Rettung 2009 eigentlich allen klar, dass unkontrollierter Finanzkapitalismus nur Gier und Verantwortungslosigkeit f\u00f6rdert. Genau diese Gier und diese Verantwortungslosigkeit der Paradeplatz-Manager haben in den letzten Jahren und Monaten die zweitgr\u00f6sste Schweizer Bank pulverisiert. Darum reden heute nur noch hartgesottene Ideologen der Freiheit der Finanzm\u00e4rkte das Wort.<\/p>\n<p>Denn die Nationalbank \u2013 also wir alle \u2013 und der Bund \u2013 also auch wir alle \u2013 mussten mit Garantien im Umfang von unglaublichen 259 Milliarden Franken einspringen, um eine Finanzkrise zu verhindern \u2013 109 Milliarden kamen direkt aus der Bundeskasse. Dass trotzdem tausende Arbeitspl\u00e4tze in Gefahr sind, zeigt wie krank das System und wie schlecht das vom Bundesrat geschn\u00fcrte Rettungspaket \u2013 also die Zwangsfusion der CS mit der UBS \u2013 f\u00fcr uns B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ist.<\/p>\n<p>Karin Keller-Sutter und der Bundesrat handelten keinerlei Sicherheiten f\u00fcr den Standort Schweiz und keinerlei Sicherheiten f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze aus. Sie holten keine Gewinnbeteiligung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr den Erfolgsfall heraus. Und sie legten der neuen Mega-UBS trotz Anwendung von Notrecht keine strengeren Regeln bei Boni oder Eigenkapital auf. Der Bund tr\u00e4gt f\u00fcr die 109 Milliarden Franken das volle Risiko, kann aber im Erfolgsfall keinen Rappen Gewinn erzielen. Der bleibt vollumf\u00e4nglich bei der UBS. Ein schlimmeres Beispiel f\u00fcr das uns\u00e4gliche Prinzip \u00abGewinne privat, Kosten dem Staat\u00bb kann man sich kaum vorstellen.<\/p>\n<p>Zu Recht hat der Nationalrat diesen grottenschlechten Deal an der ausserordentlichen Session zur CS im April abgelehnt. Und an der Sondersession letzte Woche hat der Nationalrat endlich zwei SP-Motionen angenommen, die bei systemrelevanten Banken Boni einschr\u00e4nken und Eigenkapitalvorschriften versch\u00e4rfen wollen. Zumindest f\u00fcr den Moment scheint sich die grosse Kammer im Bern etwas vom Paradeplatz emanzipiert zu haben.\u00a0<\/p>\n<p>Das ist auch dringend n\u00f6tig. Denn die UBS, die sowieso schon viel zu gross war, ist jetzt noch viel gr\u00f6sser. \u00abEin Zombie ist weg, doch ein Monster entsteht\u00bb, hat die NZZ sehr treffend geschrieben. Dieses Monster muss sofort gez\u00e4hmt werden. Darum braucht es ein Bonus-Verbot f\u00fcr die Teppichetagen der systemrelevanten Banken. Nur so kann die absurde Logik durchbrochen werden, wonach die Gierigsten f\u00fcr die Besten gehalten werden. Das Monster muss aber auch schnell eingehegt werden. Darum braucht es rasch eine deutlich h\u00f6here Eigenkapitalquote und auch eine z\u00fcnftige Abgeltung der faktischen Staatsgarantie f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit. Nur so kann sich die Schweiz ein wenig aus der Geiselhaft der Monster-UBS befreien und das Prinzip \u00abGewinne privat, Kosten dem Staat\u00bb \u00fcberwinden. Denn damit muss nach zwei notrechtlichen Bankenrettungen definitiv Schluss sein!<\/p>\n<p><em>Dieser Text ist am 10. Mai 2023 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Schweizer Sozialdemokrat werde ich ab und zu daf\u00fcr bel\u00e4chelt, dass unser Parteiprogramm die \u00dcberwindung des Finanzkapitalismus als Vision postuliert. Es entbehrte darum nicht einer gewissen Ironie, als der Bundesrat am 19. M\u00e4rz feststellen musste, dass der globale Finanzkapitalismus die Schweizer Traditionsbank Credit Suisse \u00fcberwunden hatte. Dabei war sp\u00e4testens seit der Finanzkrise und der UBS-Rettung 2009 eigentlich allen klar, dass unkontrollierter Finanzkapitalismus nur Gier und Verantwortungslosigkeit f\u00f6rdert. Genau diese Gier und diese Verantwortungslosigkeit der Paradeplatz-Manager haben in den letzten Jahren und Monaten die zweitgr\u00f6sste Schweizer Bank pulverisiert. 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