{"id":2208,"date":"2021-03-20T14:55:00","date_gmt":"2021-03-20T13:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=2208"},"modified":"2025-09-05T13:27:21","modified_gmt":"2025-09-05T11:27:21","slug":"das-gift-das-man-nicht-vergessen-darf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/das-gift-das-man-nicht-vergessen-darf\/","title":{"rendered":"Das Gift, das man nicht vergessen darf"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"674\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-1024x674.png.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2210\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-1024x674.png.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-300x198.png.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-768x506.png.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-50x33.png.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-76x50.png.webp 76w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-100x66.png.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-152x100.png.webp 152w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Foto-Spoel-972x640.png 972w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel-640x421.png.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2021\/03\/Foto-Spoel.png.webp 1028w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bildquelle: suedostschweiz.ch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der \u00abBeobachter\u00bb publizierte vor gut drei Jahren eine grosse Reportage der B\u00fcndner Journalistin Stefanie Habl\u00fctzel mit dem Titel: \u00abPCB. Das Gift, das man vergessen m\u00f6chte\u00bb. Angestossen vom grossen Schadensfall am Bergbach Sp\u00f6l im Herbst 2016 arbeitete Habl\u00fctzel detailliert auf, wie gross die Probleme mit der Industriechemikalie PCB in der Schweiz wirklich sind. Tats\u00e4chlich ist das Gift \u00fcberall. Gem\u00e4ss einer Studie der ETH waren 2019 schweizweit noch rund 200 Tonnen davon verbaut. PCB steckt in Kraftwerksanlagen, aber auch auf D\u00e4chern, Geb\u00e4udeh\u00fcllen und in der Farbe von Stallw\u00e4nden. Letzteres ist wegen der N\u00e4he zu den Tieren und damit zur Lebensmittelproduktion besonders problematisch. Denn PCB ist eine der giftigsten Chemikalien \u00fcberhaupt. Es gilt gem\u00e4ss Weltgesundheitsorganisation als krebserregend, greift das Hormonsystem an und kann in der Natur nicht abgebaut werden. Entsprechend ist der Stoff seit dem Inkrafttreten der \u00abStockholm-Konvention\u00bb 2004 weltweit verboten. Die Schweiz verbot den Stoff bereits 1986.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch unser Land tut sich schwer mit der Bereinigung dieser Altlast. Gem\u00e4ss \u00abStockholm-Konvention\u00bb m\u00fcsste das PCB bis 2028 \u00abeliminiert\u00bb sein. Davon sind wir noch weit entfernt. Exemplarisch daf\u00fcr ist der Streit um die Sanierung des Sp\u00f6l im Schweizerischen Nationalpark. W\u00e4hrend die Verantwortlichen des Nationalparks v\u00f6llig zu Recht auf einer umfassenden Sanierung beharren, hat die Engadiner Kraftwerke AG die Verhandlungen im Dezember 2020 platzen lassen. Man habe sich \u00fcber den \u00abSanierungsumfang\u00bb nicht einigen k\u00f6nnen. Im Klartext: Die EKW AG will keine vollumf\u00e4ngliche Sanierung finanzieren und setzt auf die Verz\u00f6gerung des gerichtlichen Wegs. Oder darauf, dass der Kanton die Nerven verliert und die Sanierung mit Steuermitteln bezahlt. Das ist skandal\u00f6s. Denn als Betreiberin der Staumauer ist sie f\u00fcr die Kontaminationsquelle verantwortlich. Da muss sie auch f\u00fcr den Schaden geradestehen. So einfach ist das. Umso wichtiger ist, dass die Bev\u00f6lkerung und die Gemeinden des Unterengadins den Verantwortlichen des Nationalparks den R\u00fccken st\u00e4rken und die EKW AG zur Raison bringen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Politik in Bern und Chur muss vorw\u00e4rts machen. Die Umweltbeh\u00f6rden von Bund und Kanton m\u00fcssen wissen, dass vorauseilender Gehorsam gegen\u00fcber den m\u00e4chtigen Kraftwerksgesellschaften nicht goutiert wird. Im Gegenteil. Die Bev\u00f6lkerung erwartet, dass das PCB-Problem gel\u00f6st statt verschlampt wird. Am Sp\u00f6l aber auch sonst \u00fcberall \u2013 in allen betroffenen Fl\u00fcssen, in allen betroffenen Siedlungen und in allen betroffenen Landwirtschaftsbetrieben. Darum braucht es einen Plan und mehr Engagement des Bundes \u2013 sowie n\u00f6tigenfalls neue gesetzliche Vorgaben. Daf\u00fcr setzte ich mich im Nationalrat ein. Diese Woche mit Fragen und Interpellationen an den Bundesrat. Und in Zukunft \u2013 wenn es n\u00f6tig sein sollte \u2013 auch mit st\u00e4rkeren parlamentarischen Mitteln. Denn die Politik darf das Gift PCB nicht vergessen. Sie muss es eliminieren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 17. M\u00e4rz 2021 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00abBeobachter\u00bb publizierte vor gut drei Jahren eine grosse Reportage der B\u00fcndner Journalistin Stefanie Habl\u00fctzel mit dem Titel: \u00abPCB. Das Gift, das man vergessen m\u00f6chte\u00bb. Angestossen vom grossen Schadensfall am Bergbach Sp\u00f6l im Herbst 2016 arbeitete Habl\u00fctzel detailliert auf, wie gross die Probleme mit der Industriechemikalie PCB in der Schweiz wirklich sind. Tats\u00e4chlich ist das Gift \u00fcberall. Gem\u00e4ss einer Studie der ETH waren 2019 schweizweit noch rund 200 Tonnen davon verbaut. PCB steckt in Kraftwerksanlagen, aber auch auf D\u00e4chern, Geb\u00e4udeh\u00fcllen und in der Farbe von Stallw\u00e4nden. Letzteres ist wegen der N\u00e4he zu den Tieren und damit zur Lebensmittelproduktion besonders problematisch. Denn PCB ist eine der giftigsten Chemikalien \u00fcberhaupt. Es gilt gem\u00e4ss Weltgesundheitsorganisation als krebserregend, greift das Hormonsystem an und kann in der Natur nicht abgebaut werden. Entsprechend ist der Stoff seit dem Inkrafttreten der \u00abStockholm-Konvention\u00bb 2004 weltweit verboten. 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