{"id":2165,"date":"2020-12-16T10:57:47","date_gmt":"2020-12-16T09:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=2165"},"modified":"2025-09-05T13:42:42","modified_gmt":"2025-09-05T11:42:42","slug":"ueli-maurer-irrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/ueli-maurer-irrt\/","title":{"rendered":"Corona-Schulden: Ueli Maurer irrt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-1024x576.jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2167\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-1024x576.jpg.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-300x169.jpg.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-768x432.jpg.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-1200x675.jpg.webp 1200w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-50x28.jpg.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-89x50.jpg.webp 89w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-100x56.jpg.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-178x100.jpg.webp 178w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-1138x640.jpg.webp 1138w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-640x360.jpg.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer-1920x1080.jpg.webp 1920w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/12\/schweiz_wef_2019_davos_ueli_maurer.jpg.webp 1335w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ueli Maurer: Schuldenverhinderung als Dogma<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit die Spanische Grippe vor \u00fcber 100 Jahren w\u00fctete, wissen wir: Es kommen diejenigen L\u00e4nder und Regionen wirtschaftlich am besten durch eine Pandemie, die das Virus am schnellsten und wirksamsten eind\u00e4mmen. Das best\u00e4tigt sich in der aktuellen Krise. Wer wie die ostasiatischen Staaten, Neuseeland aber auch Finnland oder Deutschland am wenigsten Infizierte, Kranke und Tote zu beklagen hat, hat auch am wenigsten wirtschaftliche Sch\u00e4den. Einen Gegensatz zwischen Gesundheit und Wirtschaft gibt es nicht. Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg sind neben raschen und entschlossenen gesundheitlichen Massnahmen auch schnelle, unkomplizierte und vor allem grossz\u00fcgige Staatshilfen. F\u00fcr Arbeitnehmende, Selbstst\u00e4ndige, Institutionen und Unternehmen. Das best\u00e4tigen praktisch alle \u00d6konominnen und \u00d6konomen. Jeden Franken, den wir als Staat jetzt in die Pandemiebek\u00e4mpfung und in die wirtschaftliche St\u00fctzung stecken, sparen wir uns mehrfach bei den gesundheitlichen und sozialen Folgekosten. Die \u00abG\u00fcterabw\u00e4gung\u00bb zwischen Gesundheit und Wirtschaft, die Bundesrat Ueli Maurer gebetsm\u00fchlenartig beschw\u00f6rt, existiert in Wahrheit nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch in Bern dominieren in der zweiten Welle diejenigen, die das nicht begreifen. Ihre Angst vor neuen Schulden f\u00fchrt uns ins gesundheitspolitische Verderben. Viele der 1117 Toten der letzten zwei Wochen hat man in Kauf genommen, weile man keine gesundheits- und wirtschaftspolitischen Massnahmen ergreifen wollte. Die Mehrheit im Nationalrat hat letzte Woche den dringend notwendigen Teilmieterlass f\u00fcr Gastronomie und Gewerbe abgeschossen. Bei den H\u00e4rtef\u00e4llen hat man geknausert. Menschen mit kleinem Einkommen erhalten bei der Kurzarbeitsentsch\u00e4digung immer noch nur 80% ihres ohnehin zu tiefen Lohns. Und Ueli Maurer wird nicht m\u00fcde zu behaupten, noch einmal so viel Staatshilfe k\u00f6nnten wir uns \u00abnicht leisten\u00bb. Die Schulden m\u00fcssten wir \u00abm\u00f6glichst schnell wieder zur\u00fcckzahlen\u00bb. Als ob die Bundesbuchhaltung wichtiger w\u00e4re als die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und die Sicherung von Existenzen. Ueli Maurer irrt aber auch finanzpolitisch. Wir k\u00f6nnen uns viele weitere Milliarden leisten. Problemlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Bund, Kantone und Gemeinden hatten 2019 Schulden in H\u00f6he von 26% der Wirtschaftsleistung. Das ist im internationalen Vergleich l\u00e4cherlich tief. Der Durchschnitt in Europa liegt bei \u00fcber 80%. Alles unter 60% gilt als sehr tief. Neue Schulden kosten uns im Moment nichts. Dank negativer Zinsen wird der Staat sogar bezahlt f\u00fcrs Schuldenaufnehmen! Ein Land mit einer leistungsf\u00e4higen Wirtschaft muss diese neuen Schulden faktisch gar nie zur\u00fcckzahlen. Er w\u00e4chst aus ihnen heraus, sobald die Krise vorbei ist und die Wirtschaft wieder brummt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der Pandemie gehen Unternehmen zugrunde und Arbeitspl\u00e4tze verloren. Ein Staat mit Zugang zu gratis Kapital wie die Schweiz darf das nicht hinnehmen. Statt so zu tun, als ob die gesundheitlichen Massnahmen Schuld an der Misere h\u00e4tten, m\u00fcssen wir endlich handeln. Mit einem viel besseren Gesundheitsschutz, der die Infektionen merklich reduziert. Und mit mehr und grossz\u00fcgigeren Hilfen f\u00fcr alle betroffenen Menschen und Branchen. Wir sch\u00fctzen unsere Wirtschaft nicht, indem wir die Gesundheit opfern. Wir sch\u00fctzen sie durch grossz\u00fcgigere finanzielle Hilfe. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir nur etwas mehr Gratis-Schulden aufnehmen. Warum tun wir es nicht?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 9. Dezember 2020 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit die Spanische Grippe vor \u00fcber 100 Jahren w\u00fctete, wissen wir: Es kommen diejenigen L\u00e4nder und Regionen wirtschaftlich am besten durch eine Pandemie, die das Virus am schnellsten und wirksamsten eind\u00e4mmen. Das best\u00e4tigt sich in der aktuellen Krise. Wer wie die ostasiatischen Staaten, Neuseeland aber auch Finnland oder Deutschland am wenigsten Infizierte, Kranke und Tote zu beklagen hat, hat auch am wenigsten wirtschaftliche Sch\u00e4den. Einen Gegensatz zwischen Gesundheit und Wirtschaft gibt es nicht. Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg sind neben raschen und entschlossenen gesundheitlichen Massnahmen auch schnelle, unkomplizierte und vor allem grossz\u00fcgige Staatshilfen. F\u00fcr Arbeitnehmende, Selbstst\u00e4ndige, Institutionen und Unternehmen. Das best\u00e4tigen praktisch alle \u00d6konominnen und \u00d6konomen. 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