{"id":2074,"date":"2020-10-20T23:42:40","date_gmt":"2020-10-20T21:42:40","guid":{"rendered":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/?p=2074"},"modified":"2025-09-05T13:41:35","modified_gmt":"2025-09-05T11:41:35","slug":"konzernverantwortung-ist-nichts-als-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jonpult.ch\/de\/konzernverantwortung-ist-nichts-als-recht\/","title":{"rendered":"Konzernverantwortung ist nichts als recht"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"536\" src=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1024x536.png.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2076\" srcset=\"https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1024x536.png.webp 1024w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-300x157.png.webp 300w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-768x402.png.webp 768w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1536x805.png.webp 1536w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1200x629.png.webp 1200w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-50x26.png.webp 50w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-95x50.png.webp 95w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-100x52.png.webp 100w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-191x100.png.webp 191w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1222x640.png.webp 1222w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-640x335.png.webp 640w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2-1466x768.png.webp 1466w, https:\/\/jonpult.ch\/wp-content\/smush-webp\/2020\/10\/kovi2.png.webp 1550w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Kampagnensujet der Konzernverantwortungsinitiative<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eigentlich ist es selbstverst\u00e4ndlich: Wer Regeln verletzt, muss daf\u00fcr geradestehen. Wer einen Schaden anrichtet, haftet daf\u00fcr. Das ist nichts als recht. Jedes Kind weiss das. Darum ist es h\u00f6chste Zeit, dass diese Grunds\u00e4tze auch f\u00fcr Konzerne mit Sitz in der Schweiz gelten. Denn zur Freiheit, global zu wirtschaften, geh\u00f6rt die globale Verantwortung f\u00fcr Mensch und Umwelt. Als Schweiz k\u00f6nnen wir den hier niedergelassenen Konzernen klare Regeln auferlegen. Es braucht griffige Sorgfaltspflichten und die M\u00f6glichkeit, Schweizer Konzerne vor ein Schweizer Gericht zu ziehen. Genau das verlangt die Konzernverantwortungsinitiative.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zuger Rohstoffkonzern Glencore kontrolliert eine Mine im peruanischen Cerro de Pasco, die das Trinkwasser, den Boden und die Luft von Zehntausenden Menschen mit Schwermetallen verseucht. Die Folgen sind dramatisch. Die Lebenserwartung ist in der Minenstadt f\u00fcnf Jahre tiefer und die Kindersterblichkeit klar h\u00f6her als im Landesdurchschnitt. Bisher konnte Glencore daf\u00fcr nicht zur Verantwortung gezogen worden. Das peruanische Justizsystem ist zu schwach, und in der Schweiz gibt es noch keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Haftungsklagen. Das Beispiel zeigt, wie wichtig und dringend die Konzernverantwortungsinitiative ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die globale Verflechtung der Schweizer Wirtschaft ist eine Realit\u00e4t. Jetzt m\u00fcssen wir unsere Gesetze dieser Realit\u00e4t anpassen. Sorgfaltspflichten f\u00fcr Menschenrechte und Umwelt m\u00fcssen f\u00fcr Schweizer Konzerne obligatorisch und gerichtlich durchsetzbar sein. Verletzt ein Schweizer Konzern die international anerkannten Mindeststandards, soll f\u00fcr die Gesch\u00e4digten der Gang an ein Schweizer Gericht offenstehen. Denn hier in der Schweiz sitzen die Verantwortlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter diese M\u00f6glichkeit zum Rechtsweg mit einer \u00abkolonialen Sichtweise\u00bb in Verbindung bringt, ist absurd. Das Gebaren von Konzernen wie Glencore erinnert an koloniale Ausbeutung. Sicher nicht die M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Opfer, in der Schweiz ihr Recht zu suchen. Immerhin zeigt dieser peinliche Aussetzer der Bundesr\u00e4tin, dass es kaum vern\u00fcnftigen Argumente gegen die Initiative gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konzernverantwortungsinitiative schafft einen faireren Wettbewerb und sch\u00fctzt das Renommee der Schweizer Wirtschaft. Verletzen einzelne Konzerne wie Glencore die Spielregeln, ohne dass sie daf\u00fcr belangt werden, nutzen sie einen unfairen Konkurrenzvorteil gegen\u00fcber denjenigen aus, die sich korrekt verhalten. Mit griffigen Bestimmungen f\u00fcr die Konzernverantwortung sorgen wir f\u00fcr gleich lange Spiesse in unserer global ausgerichteten Wirtschaft. Darum unterst\u00fctzen viele weitsichtige Unternehmerinnen und Wirtschaftskapit\u00e4ne die Initiative.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer leidet der Ruf der Schweiz am viel zu langen Festklammern an das Bankgeheimnis f\u00fcr internationale Steuerhinterzieher. Im Bereich der Konzernverantwortung haben wir hingegen die M\u00f6glichkeit, einen internationalen Trend positiv mitzugestalten, statt ihn sp\u00e4ter nachvollziehen zu m\u00fcssen. Packen wir diese Chance! F\u00fcr die Menschenrechte und die Umwelt. Aber eben auch f\u00fcr den guten Ruf der Schweiz und f\u00fcr diejenigen Konzerne und Unternehmen, die sich heute schon korrekt verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text ist am 21. Oktober 2020 als Kolumne in der S\u00fcdostschweiz erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist es selbstverst\u00e4ndlich: Wer Regeln verletzt, muss daf\u00fcr geradestehen. Wer einen Schaden anrichtet, haftet daf\u00fcr. Das ist nichts als recht. Jedes Kind weiss das. 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