Der 1. Mai ist der internationale Tag der Arbeit. Entstanden aus dem politischen Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter für menschenwürdige Arbeitsbedingungen aber auch für ihre Anerkennung als vollwertige Bürgerinnen und Bürger. Ein Tag des gesellschaftlichen Fortschritts. Für alle Menschen, die freier leben wollen, und zwar als Gleiche unter Gleichen, die untereinander solidarisch sind und deren Kampf immer der Kampf für den Frieden ist.

Schauen wir vorwärts! Machen wir hier und jetzt, in Graubünden und in der Schweiz, etwas für den Fortschritt, für eine bessere Welt. 

Was genau? Wir müssen drei Kämpfe führen. Für das Klima, für die Gleichstellung, für eine offene und soziale Schweiz.

Erstens:Bekämpfen wir die Klima- und Umweltkatastrophe. Ja, dieses Thema ist auch am Tag der Arbeit das dringendste! Denn die Klima- und Umweltkatastrophe bedroht nicht nur Polkappen und Gletscher. Sie bedroht die gesamte Natur. Sie bedroht uns Menschen. Unsere Arbeitsplätze. Unsere Lebensgrundlagen. Speziell auch hier im Berggebiet. Das ist die einfache Botschaft unserer vorbildlichen Klimajugend!

Darum fordert die SP Graubünden einen Green New Deal, der Klima- und Umweltschutz mit neuen Arbeitsplätzen und einer besseren Gesellschaft verbindet. 

Wo können wir wirksam ansetzen? 

  • Schweizer Banken, Versicherungen und Pensionskassen sind mit ihren weltweiten Investitionen in fossile Energie die grössten Klimasünder der Nation. Sie verursachen 10-20 Mal mehr CO2-Ausstoss als alle Betriebe und Haushalte in der Schweiz. Das müssen wir ändern. Mehr nachhaltige, weniger fossile Investitionen. Weniger Kohle für Kohle sozusagen. Der Schweizer Finanzplatz darf die Klimakatastrophe nicht weiter anheizen! 
  • Die Mobilität muss rasch und sozialverträglich elektrifiziert werden. Wir brauchen mehr Eisenbahn und mehr Güter auf der Schiene. Ab 2030 dürfen wir keine Verbrennungsmotoren mehr neu zulassen. Und wir brauchen wirksame CO2-Abgaben auf Flugreisen. 
  • 100% erneuerbare Energie ist möglich! Besteuern wir den Kohle- und Gasstrom aus dem Ausland, schalten wir die Schweizer AKWs ab und sanieren wir dank kluger Förderung unseren Gebäudepark. Und es braucht jetzt und nicht erst übermorgen einen Klimafonds für den raschen Ausbau der Solarenergie.
  • Auch unsere der Land- und Ernährungswirtschaft müssen wir umbauen. Zu viele Pestizide und Antibiotika landen in unserem Trinkwasser und auf unseren Tellern. Und: Zu viel Ammoniak in unserer Luft. Das wird zum Gesundheitsproblem und zerstört unsere Biodiversität, also unsere Lebensgrundlagen als Ganzes. Wir müssen die Biolandwirtschaft stärker fördern und den Einsatz von Pestiziden und Antibiotika massiv reduzieren. Wir brauchen nicht mehrlandwirtschaftliche Produktion, sondern bessere, gesündere, zukunftsfähige!

Zweitens: Kämpfen wir für Gleichstellung für alle! Unsere Solidarität mit dem Frauenstreik vom 14. Juni ist uneingeschränkt. Es braucht sofort gleiche Löhne für gleiche Arbeit. Männer und Frauen müssen mehr Teilzeit arbeiten können. Wir brauchen eine echte Elternzeit. Ein Tag Vaterschaftsurlaub? Hört mir doch auf! Wir brauchen mehr und zahlbarere Kinderbetreuung. Engagieren wir uns für die Ehe für alle und gegen Sexismus sowie Diskriminierung, nur aufgrund dessen wer wir sind und wen wir lieben.

Drittens:Kämpfen für eine offene Schweiz. Kämpfen wir für eine offene UND soziale Schweiz. Wir wollen eine gute Zusammenarbeit mit und in Europa. Wir wollen Personenfreizügigkeit und gute Beziehungen zur EU. Eine humane Migrations- und Flüchtlingspolitik. Ja, wir wollen internationale Solidarität. Gleichzeitig kämpfen wir für mehr Lohnschutz. Für sichere Renten. Für bezahlbare Krankenkassenprämien. Für unsere Sozialwerke. Denn wir wissen: Europa, die bilateralen Verträge, gerade die Personenfreizügigkeit haben uns Fortschritt gebracht. Mehr Jobs, mehr Aufträge, mehr Gäste, mehr Freiheit. Aber ohne den sozialen Schutz der flankierenden Massnahmen, ohne die Löhne zu kontrollieren, ohne Gesamtarbeitsverträge würde uns das alles nichts nützen. Wir hätten stattdessen weniger Wohlstand und letztlich weniger Freiheit. Öffnung und soziale Sicherheit zu verbinden ist nicht immer einfach. Aber es ist unabdingbar. Und wir tun es seit Jahrzehnten erfolgreich. Machen wir weiter! Setzen wir uns für einen guten Rahmenvertrag MIT Lohnschutz ein!

Für diese Kämpfe stehen wir am 1. Mai ein. Und für diese Kämpfe kandidieren wir als SP bei den Wahlen im Oktober. Wie ihr wisst, kandidiere ich als National- UND als Ständerat. Weil es eine Alternative braucht. Weil Zeit für Veränderung ist.

Es ist Zeit für eine neue Generation in der Politik. Eine Generation, die sich von der bunten Klimajugend und nicht von grauen Populisten inspirieren lässt. Eine Generation, die Politik aus Überzeugung und nicht für das Portemonnaie macht.

Es ist Zeit für konkrete Massnahmen gegen die Klimakatastrophe. Wir brauchen einen Finanzplatz, der kein Geld in fossile Energie pumpt. Wir brauchen mehr Bahn und mehr Elektromobilität. Wir brauchen 100% erneuerbare Energie. 

Es ist Zeit für eine gesunde Natur. Für Massnahmen gegen Pestizide in unseren Gewässern und auf unseren Tellern. Zeit für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Es ist Zeit für Fortschritt. Für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen. Für beste Kinderbetreuung. Für echte Elternzeit. Für bezahlbare Krankenkassenprämien. Für gleiche Rechte und Chancen.

Es ist Zeit für eine offene Schweiz, die europäisch denkt und handelt. Aber auch Löhne schützt, Renten sichert und unsere Sozialwerke stärkt.

Es ist Zeit gegen diejenigen anzutreten, die für sich und ihre Freunde Extrawürste fordern und gleichzeitig auf Menschen herumtrampeln, die sich kaum wehren können. 

Zeit für unabhängige Köpfe statt für verbandelte Lobbyisten. Zeit dafür, dem Filz entgegenzutreten. 

Es ist Zeit. Zeit für Leidenschaft statt für Kalkül in der Politik.

Zeit für klare Worte und mutige Taten in Bern. 

Ich bin bereit. Zusammen packen wir das!